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Wissenswertes

Badminton - Geschwindigkeit ist alles

Mit Ballgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h gilt Badminton als die schnellste und gleichzeitig am meisten unterschätzte Rückschlagsportart. In Asien zählt Badminton nicht umsonst zu den Kampfsportarten.
Dementsprechend hoch sind die körperlichen Anforderungen an Spieler auf Leistungsniveau. Beweglichkeit, Koordination, Kondition und vor allem Schnelligkeit sowie Reaktionsfähigkeit sind neben gewissen technischen und taktischen Eigenschaften Grundlage eines erfolgreichen Spiels. Seinen Namen verdankt das Spiel übrigens dem englischen Landsitz Badminton. Dorthin wurde das als Poona bezeichnete Spiel 1872 von britischen Kolonialoffizieren aus Indien importiert und vorgestellt.

Die Zählweise

Um ein Spiel zu gewinnen, muss eine der beiden Parteien zwei Sätze á 21 Punkte für sich entscheiden. Allerdings muss dies mindestens mit einem Zweipunktevorsprung geschehen, ansonsten gäbe es beim Stand von 20:20 solange Verlängerung, bis eine der Parteien den nötigen Vorsprung erreicht. Beim Stand von 29:29 greift diese Regelung nicht mehr, so dass der nächste Punkt zum Satzgewinn führt.
Gemäß der Regeländerung durch die IBF (International Badminton Federation), gilt seit August 2006 auch im Badminton die Rallypoint-Zählweise. Das bedeutet, dass nun nach jedem Ballwechsel ein Punkt erzielt wird. Den Aufschlag erhält nach wie vor wer den letzten Punkt erzielen konnte. Als Fehler gilt es, wenn der Ball das Netz nicht überfliegt oder den Bereich außerhalb des Spielfeldes berührt oder Spieler bzw. Schläger das Netz berühren. Im Badminton wird auch dann weitergespielt, wenn der Ball beim Aufschlag das Netz berührt.

Das Spielfeld

In der Regel wird Badminton aufgrund der Empfindlichkeit des Federballs gegen Luftströmungen in einer Halle gespielt. Ein Doppelfeld ist 13,40 m lang und 6,10 m breit, ein Einzelfeld bei gleicher Länge nur 5,18 m breit. Die Netzhöhe beträgt 1,55 m (bis zu 2cm weniger in der Netzmitte). Die Begrenzungslinien sind Teil des Spielfeldes. Der Aufschlag muss mindestens über die vordere Aufschlaglinie und immer in das diagonal gegenüberliegende Feld geschlagen werden. Bei geradem Punktestand des Aufschlägers (0, 2, 4,...) erfolgt der Aufschlag aus der rechten Feldhälfte, bei ungeradem Punktestand (1, 3, 5,…)von links.

Die wesentlichen Grundschläge:

Nahezu alle Schlagarten können sowohl als Vorhand- als auch als Rückhandschläge ausgeführt werden.

Disziplinen

Badminton wird wettkampfmäßig in fünf verschiedenen Disziplinen ausgetragen:

Ein Mannschaftsspiel umfasst in den Seniorenklassen in der Regel folgende acht Einzelspiele:

Es werden also immer 8 Spielpunkte ausgespielt. Eine Mannschaft besteht mindestens aus 4 Herren und 2 Damen. Auswechselspieler gibt es nicht. Nach Ausfüllen des Spielberichtsbogens vor Beginn des Spiels ist die Aufstellung unveränderbar. Muss ein Spiel wegen Verletzung abgebrochen werden, geht der Punkt verloren.

Badminton vs. Tennis



Die Geschwindigkeit beim Badminton und die nötige Ausdauer sind viel höher als bei jeder anderen Racketsportart. Bei einem Tennisspiel bei den All England Championships 1985, gewann Boris Becker gegen Kevin Curren in vier Sätzen mit 6-3, 6-7, 7-6, 6-4. Bei den Badminton Weltmeisterschaften in Calgary im selben Jahr, gewann Han Jian aus China gegen Morten Frost aus Dänemark mit 14-18, 15-10, 15-8. Der statistische Vergleich dieser beiden Spiele sieht wie folgt aus:

Tennis Badminton
Dauer 3 Std. 18 min. 1 Std. 16 min.
Ball/Shuttle im Spiel 18 min. 37 min.
Matchintensität* 9 % 48 %
Ballwechsel  299 146
Schläge 1'004 1'972
Schläge pro Ballwechsel  3,4 13,5
Gelaufene Distanz 3,7 km 7,4 km



* Prozentanteil des Balles/Shuttles im Spiel im Vergleich zur Dauer des Spiels.

Fazit: Die Badmintonspieler haben zwar für Ihr Spiel weniger als die Hälfte gebraucht, sind aber in dieser Zeit die doppelte Distanz gelaufen und haben fast doppelt so viele Shuttles geschlagen!

Martin Knupp, Schriftsteller und sehr erfolgreicher Badmintontrainer, sagte einmal:

"Der Badmintonspieler sollte verfügen über"
- die Ausdauer eines Marathonläufers
- die Schnelligkeit eines Sprinters
- die Sprungkraft eines Hochspringers
- die Armkraft eines Speerwerfers
-die Schlagstärke eines Schmiedes
-die Gewandtheit einer Artistin
-die Reaktionsfähigkeit eines Fechters
-die Konzentrationsfähigkeit eines Schachspielers
-die Menschenkenntnis eines Staubsaugervertreters
-die psychische Härte eines Arktisforschers
-die Nervenstärke eines Sprengmeisters
-die Rücksichtslosigkeit eines Kolonialherren
-die Besessenheit eines Bergsteigers
-die Intuition und Phantasie eines Künstlers.